Disulfiram soll Alkoholikern helfen

Alkoholismus ist eine schleichende Krankheit, die den Betroffenen langsam, über Jahre hinweg, in die Abhängigkeit fallen lässt. Viele Personen akzeptieren eine lange Zeit nicht, dass sie Alkoholiker sind und schieben die Probleme bei Seite. Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Schritt, um dem Alkoholiker helfen zu können. Meistens setzt die Behandlung in der Psyche an und dazu wird eine bereitwillige Mitarbeit benötigt. Nur in diesem speziellen Fall, können Therapeuten und Suchtkliniken über Wochen hinweg mit dem Patienten arbeiten und ihn an den Punkt geleiten, an dem er offiziell als trocken gilt. Doch auch danach ist der Leidensweg für Alkoholiker nicht vorbei. Jeder noch so kleine Tropfen Alkohol kann zu einem Rückfall mit schlimmen Folgen führen. Alkoholiker müssen den Alkohol meiden und dürfen auch nicht zu besonderen Anlässen das berühmte Glas Sekt zum Anstoßen verwenden. Der Weg dorthin ist für manch einen leicht, für andere jedoch schwer, da der Alkohol bereits das komplette Leben in Beschlag genommen hat. Erst wenn dem Alkohol abgeschworen wurde, stellt sich plötzlich heraus, dass ein Glas Bier oder Rotwein maßgeblich und entscheidend für die Bewältigung des Alltags war. Wer den Absprung nicht schafft, findet sich in regelmäßigen Abständen in Suchtkliniken wieder. Hoffnung verspricht das Medikament Disulfiram, doch kann die Pille wirklich dabei helfen, den Alkoholismus zu bekämpfen?

So soll Disulfiram helfen

Viele Präparate setzen in ihrer Wirkung dort an, wo Alkohol den Suchtfaktor in Erscheinung treten lässt. Die Synapsen im Hirn spielen eine wesentliche Rolle. Bestimmte Medikamente sollen an eben jenen Synapsen dafür sorgen, dass die Suchterkrankung gelöscht wird und Betroffene wieder an dem Punkt starten können, den sie vor dem Alkoholismus einmal besaßen. Allerdings sind bei echten Alkoholikern in späteren Lebensjahren die meisten Synapsen nicht mehr ansprechbar und so zeigen solche Medikamente eher verminderte Erfolge und wirken schon gar nicht bei jedem Patienten gleichermaßen gut. Eine Alternative hierzu stellt allerdings das Präparat Disulfiram dar. Disulfiram wirkt nicht auf die Synapsen, sondern auf die Leber. Genauer gesagt beeinflusst Disulfiram den Abbau von Ethanol.

Abbau von Ethanol wird gehemmt

Normalerweise wird Ethanol, vor allem bei Alkoholikern, schneller abgebaut, sodass die betroffenen Personen mehr trinken können und sich in einer tiefer drehenden Spirale befinden. Disulfiram verzögert den Abbau des Ethanols mit der Wirkung, dass Wein, Bier, Schnaps und Co lediglich mit größter Übelkeit zu konsumieren sind. Durch Disulfiram verliert der Alkohol für den Trinker seinen Reiz, denn bereits wenige Schlucke führen zum Erbrechen, zur allgemeinen Übelkeit oder zum Schüttelfrost. Selbst heftigste Kopfschmerzen und Schweißausbrüche wurden beobachtet. Durch die Abschreckung soll dem Alkoholiker schnell die Lust am Alkohol vergehen. Der Körper wehrt sich vehement gegen den Ethanolabbau, sodass ein weiterer Konsum von Alkohol auf diese Weise effektiv verhindert wird.

Weitere Maßnahmen die dabei helfen den Alkoholismus zu bekämpfen

Disulfiram alleine bekämpft den Alkoholismus jedoch nicht. Sobald das Medikament ausgesetzt wird, kann der Betroffene wie gehabt Alkohol konsumieren und schon startet der Alkoholismus in seine alten Muster. Daher raten Experten dazu, das Mittel nicht ohne zusätzliche Hilfe einzunehmen. Eine ständige, ärztliche Begleitung ist von Beginn an notwendig. Außerdem wird dazu geraten weiterhin Therapiestunden und Gruppensitzungen zu nutzen, um auch dem Verstand zu signalisieren, welche Folgen der Alkoholkonsum haben kann. Die Pillen wirken nur so lange, wie sie eingenommen werden. Sobald die Therapie beendet ist, endet in der Regel auch die Einnahme von Antabus, dass den Wirkstoff Disulfiram beinhaltet. Mit dem Ende der Einnahme sollte die Therapie also so weit vorangeschritten sein, dass ein weiterer Konsum von Alkohol in der Regel ausgeschlossen werden kann und der Betroffene das Leben selbstständig und ohne Alkohol bestreiten kann.

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