Die Zukunft der Heilung von Knochenbrüchen

Früher galt Bettruhe und ein Gips als beste Medizin, Knochenbrüche schnell und sicher zu heilen. Komplizierte Brüche müssen operativ begradigt werden, manchmal kommen Schrauben zum Einsatz, in wenigen Fällen dauert das Tragen des Gipses dadurch länger. Doch nicht immer sind die besten Voraussetzungen gegeben, damit der Knochen heilen kann. Immer wieder kommt es vor, dass der Knochen nicht zusammenwachsen will. Zwar sind nur fünf bis zehn Prozent der Patienten von diesem Symptom betroffen, doch es gibt sie: Knochenbrüche die nicht mehr zusammenwachsen. Jetzt müssen Ärzte ihr Können unter Beweis stellen, denn die anschließenden Eingriffe sind nicht unproblematisch und verlangen auch von den Patienten einiges ab. Immer wieder muss der Knochen eine entsprechende Stabilisierung erhalten, damit er seine ursprüngliche Funktion erfüllen kann.

Knochenheilung durch den Einsatz endothelialer Vorläuferzellen

Neue Ansätze verspricht eine Methode, die ganz auf die Stabilisierung durch Schrauben und Gerüste verzichtet und stattdessen auf endotheliale Vorläuferzellen setzt. Diese werden direkt in den Bruch übertragen. Mediziner sprechen hier von einer Fraktur. Die eingefügten Zellen sollen das Wachstum des Knochens anregen und für eine schnelle Heilung sorgen. Seit 2015 laufen entsprechende Studien, die herausfinden wollen, ob und wann die Methode zugelassen werden kann, um Patienten eine schnellere Heilung zu ermöglichen. Die Chancen stehen hoch, dass die Heilung durch endotheliale Vorläuferzellen schon bald Realität werden könnte.

Gezüchtete Zellen aus dem Labor unterstützen das Knochenwachstum

Ähnliche Ansätze vertritt Professor Nimrod Rozen. Der israelische Mediziner nutzt körpereigenes Fettgewebe, beispielsweise aus dem Bauchraum, um den Knochenwuchs anzuregen: mit Erfolg. Schon jetzt konnten einige Patienten die erstaunlichen Ergebnisse des Mediziners begutachten. Ohne Schrauben, Platten oder sonstige Stütze, wuchs der zersplitterte Knochen wieder zusammen. Der einzige Eingriff, den der Patient überstehen musste, war die Injektion durch eine Spritze an die betroffene Stelle. Nachdem die körpereigenen Zellen aus der Bauchfettprobe isoliert werden, lassen sich diese für den Aufbau des Knochenwachstums einsetzen. Auf diesem Weg lässt sich Knochengewebe praktisch im Labor erschaffen und züchten. Zwei Wochen dauert der Vorgang, dann erhält der Patient seine Spritze mit neuem Knochengewebe. Zwei weitere Monate benötigt die Aushärtung des neuen Knochengewebes im Körper. Dann allerdings verfügt der Knochen über eine erhöhte Festigkeit, die sogar die alte Knochensubstanz bei Weitem übertrifft.

Bereits in drei bis vier Jahren kommen die neuen Heilungsmethoden auf den Markt

Die neuen Methoden bieten nicht nur weniger Leid für den Patienten, sie bedeuten auch weniger Arbeit für den Arzt und ermöglichen sogar das Mitwachsen. Wenn die Zellen bei Kindern eingesetzt werden, wachsen diese auf natürliche Weise mit. Die neue Knochensubstanz passt sich an. Stahlplatten oder Schrauben hingegen müssen nach einiger Zeit durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Weltweit wird die neue Behandlung in drei bis vier Jahren auf den Markt kommen und vielen Patienten eine optimale Alternative bei Knochenbrüchen aller Art bieten.

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